Stadtschloss Potsdam im 18. und 19. Jahrhundert

Friedrich II. gab der Potsdamer Residenz weitgehend ihre Form

21.08.2009 Harald Rossa

Unter Friedrich II. erhält das Potsdamer Stadtschloss nach Plänen von Wenzeslaus von Knobelsdorff seine barocke Form.

Nach dem Tod des Königs Friedrich I. übernahm der Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. ein finanziell am Abgrund stehendes Staatsgebilde. Er verkaufte deshalb etliche Schlösser. Das Potsdamer Stadtschloss, das er schon als Kronprinz zeitweise bewohnte, machte er in dem von seinem Vorgänger übernommenen Zustand zu seinem Wohnsitz.

Das Potsdamer Stadtschloss und der Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. (1713-1740)

Friedrich Wilhelm I. nutze das Potsdamer Schloss wie auch das Berliner Schloss als Wohnsitz. Auch als König pflegte er ein einfaches Leben. Ansonsten wollte er die Staatsfinanzen in Ordnung bringen. Dazu gehörte auch der Verkauf vieler wertvoller Gegenstände aus dem Potsdamer Schloss. Er bewohnte selbst nur wenige und schlicht eingerichtete Räume im Schloss. Dazu gab es einen Raum, in dem Friedrich Wilhelm I. seine berühmt-berüchtigten Tabakskollegien zelebrierte. Die rauschenden Feste im Schloss gehörten unter dem Soldatenkönig der Vergangenheit an.

Am und im Potsdamer Stadtschloss wurden während der Regierungszeit Friedrich Wilhelms I. nur geringe bauliche Veränderungen durchgeführt. Der Ausbau der Stadt Potsdam zu einer wichtigen Garnison vordringlich. Er förderte den Bau von Bürgerhäusern, in deren Dachkammern seine Soldaten einquartiert wurden. Er ließ große Teile des Lustgartens 1714 in einen Exerzierplatz verwandeln. Die Orangenbäume wurden verkauft. Das Pomeranzenhaus war nun entbehrlich und wurde zum Marstall. Nicht so knauserig war der Soldatenkönig bei der Ausgestaltung der Stadt Potsdam. Hier ließ er allein 3 Kirchen errichten.

Preußens König Friedrich Wilhelm I. starb am 31. Mai 1740 im Potsdamer Stadtschloss.

Das Potsdamer Stadtschloss unter Friedrich II. (1740-1786)

1740 übernahm Friedrich II., der Sohn des Soldatenkönigs, die Regierung. Er mied das Berliner Stadtschloss, das er mit den heftigen Auseinandersetzungen mit seinem Vater in Verbindung brachte. Er wählte zunächst das Schloss Charlottenburg als Residenz und gab dort den Bau des Knobelsdorffflügels in Auftrag. Doch ab 1743 bevorzugte er das Potsdamer Stadtschloss als Residenz.

Östlich des Marmorsaals ließ er sich eine Wohnung herrichten. Dann beauftragte er seinen Hofarchitekten Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff mit dem Um- und Ausbau des Potsdamer Stadtschlosses. Die Arbeiten wurden 1744 begonnen. Es entstand ein neues Treppenhauses im Innenhof. Nach dem Zweiten Schlesischen Krieg wollte Friedrich der Große eine noch repräsentativere Residenz. Knobelsdorff erweiterte den Bau und erneuerte nach den Vorgaben des Königs die Fassaden. Die Fassade des Schlosses wurde dem Zeitgeschmack entsprechend neu gestaltet. Rote Putzflächen waren mit Pilastern gegliedert. Figuren aus hellem Sandstein schmückten die Fassade. Blau lackierte Kupferdächer wurden von verzierten Schornsteinen überragt. 1752 waren die Arbeiten abgeschlossen.

Das Potsdamer Stadtschloss unter Friedrich Wilhelm II. (1786-1797) und Friedrich Wilhelm III. (1797-1840)

Friedrich Wilhelm II. ließ sich am Heiligen See im Neuen Garten das Marmorpalais errichten. Die königlichen Räume im Potsdamer Stadtschloss nutzten seine Söhne. Der Kronprinz Friedrich Wilhelm richte sich nach seiner Hochzeit mit Luise von Mecklenburg-Strelitz eine Wohnung im Potsdamer Stadtschloss ein. Auch als König weilte Friedrich Wilhelm III. bis zum Tod seiner Gattin Luise 1810 bevorzugt in Potsdam und Umgebung.

Das Potsdamer Stadtschloss unter Friedrich Wilhelm IV. (1840-1861)

Friedrich Wilhelm IV. bewohnte als König häufig das Potsdamer Stadtschloss. Der sich oft als Architekt betätigende König hatte Vorstellungen zur Umgestaltung des Schlosses, insbesondere der Fassaden, entwickelt. Sein früher Tod verhinderte diese Arbeiten.

Das Potsdamer Stadtschloss in Wilhelminischer Zeit (1861-1918)

Unter den Nachfolgern von Friedrich Wilhelm IV. war das Potsdamer Stadtschloss nicht sonderlich beliebt. Sie regierten vorzugsweise vom Berliner Stadtschloss aus. In Potsdam nutzten sie als Sommersitze Schloss Babelsberg oder das Neue Palais. Das Potsdamer Stadtschloss wurde nicht mehr verändert und wurde zu einer Gedenkstätte für Friedrich den Großen.

Schließlich begann schon 1910 die profane Nutzung durch ein Museum. In der Weimarer Zeit wurde es zum Verwaltungsbau und Museumsschloss.

Literatur zum Potsdamer Stadtschloss

Hans Joachim Giesberg, Das Potsdamer Stadtschloß, Potsdamer Verlags-Buchhandlung, Potsdam 1998,

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